BioÖkonomie 2030 – GO-Bio

BioÖkonomie 2030 – GO-Bio

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt auf der Grundlage des Fachprogramms BioÖkonomie 2030 mit dem Wettbewerb GO-Bio jüngere, in der Forschung bereits erfahrene Wissenschaftler. Gefördert werden an einer Unternehmensgründung interessierte Teams, die in einer Arbeitsgruppe innovative Forschungsthemen aus dem Gebiet der Lebenswissenschaften weiterentwickeln und zielgerichtet einer wirtschaftlichen Verwendung zuführen.

Unterstützt werden insbesondere Vorhaben, die an den Zielen des Fachprogramms BioÖkonomie 2030 ausgerichtet sind. Außerdem sind Vorhaben zu den Aktionsfeldern Therapie und Diagnose von Krankheiten mit hohem medizinischen Bedarf, Individualisierte Medizin sowie Prävention und Ernährung des Fachprogramms Gesundheitsforschung förderfähig.

Die Förderung der Arbeitsgruppen erfolgt in zwei Phasen. In der ersten Förderphase sollen in Form von Einzelvorhaben an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen der proof of concept und begleitend konkrete Kommerzialisierungsstrategien für die weitere Umsetzung der Ergebnisse erarbeitet werden. In der zweiten Förderphase soll das Gründungsunternehmen allein oder im Verbund mit der ausgegründeten Hochschule oder Forschungseinrichtung der proof of technology gezeigt sowie Strategien für die Markteinführung (proof of market) entworfen werden. Zugleich ist das verfolgte Geschäftsmodell und Unternehmenskonzept zu konkretisieren und die dafür notwendigen Folgefinanzierungen sicherzustellen.

Zudem fördert das BMBF im Zusatzmodul zur „Stärkung des Technologietransfers“ die Transferstrukturen der teilnehmenden Hochschule bzw. Forschungseinrichtung.

Ziel ist es, Forschungsergebnisse mit hohem Werschöpfungspotential auf dem Gebiet der Biotechnologie weiterzuentwickeln und deren wirtschaftliche Verwertung durch eine Unternehmensgründung umzusetzen.

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, an denen die Arbeitsgruppen aus jüngeren Wissenschaftlern angesiedelt sind.

Forschungseinrichtungen, die gemeinsam von Bund und Länder grundfinanziert werden, kann nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihren zusätzlichen Aufwand bewilligt werden.

Für die zweite Förderphase sind auch Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft antragsberechtigt.

Voraussetzungen

Die jeweilige Hochschule oder Forschungseinrichtung muss der Forschergruppe die zur Durchführung des Projektes erforderlichen Arbeitsmöglichkeiten (Grundausstattung an Laborfläche und sonstige Infrastruktur) zur Verfügung stellen und das Gründerteam in allen Belangen unterstützen.

Die Arbeitsgruppen sollen so zusammen sein, dass das für eine spätere Unternehmensgründung oder die Überführung in einen anderen privatwirtschaftlichen Kontex notwendige natur- und ingeneurwissenschaftliche sowie betriebswirtschaftliche und/ oder juristische Know-how eingebunden ist.

Antragsteller sollen sich im Umfeld des national beabsichtigten Projektes mit den Fördermöglichkeiten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) um mit dem EU-Forschungsprogramm vertraut machen und prüfen, ob das beabsichtigte Projekt spezifische europäische oder rein grundlagenorientierte Komponenten aufweist und damit eine ausschließliche EU- bzw. DFG-Förderung möglich ist.

Art und Höhe der Förderung

Die Förderung erfolgt in Form eines Zuschusses.

In der ersten Förderphase beträgt die Förderhöhe für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen bis zu 100 % der zuwendungsfähigen Ausgaben für einen Zeitraum von bis zu vier Jahre.

In der zweiten Förderphase können für maximal drei Jahre

  • Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit bis zu 50 % der zuwendungsfähigen Kosten und
  • Verbundvorhaben von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft unter Beteiligung von Hochschulen oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen insgesamt mit bis zu 70 % der zuwendungsfähigen Ausgaben gefördert werden.

Die Bemessung der jeweiligen Förderquote muss den Gemeinschaftsrahmen der EU-Kommission für staatliche FuE-Beihilfen berücksichtigen. Dieser lässt für kleine und mittlere Unternehmen gemäß KMU-Definition der EU eine differenzierte Bonusregelung zu, die zu einer höheren Förderquote führen kann.

Im Zusatzmodul zur „Stärkung des Technologietransfers“ könen zusätzlich bis zu 250 00,00 EUR (zzgl. Projektpauschale) pro GO-Bio-Vorhaben bewilligt werden.

Das Antragsverfahren ist mehrstufig. Im Rahmen der  7. Ausschreibung können Projektskizzen bis zum 30. Juni 2015 bei dem vom BMBF beauftragten Projektträger eingereicht werden.

Die Vorlagefrist gilt nicht als Ausschlussfrist, Verspätet eingehende Projektskizzen können aber möglicherweise nicht mehr berücksichtigt werden. (Quelle: Richtlinien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) vom 18. Februar 2015, Bundesanzeiger Amtlicher Teil vom 11. März 2015, B6).

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Fördermaßnahme VIP+

Aus Ideen werden Innovationen
Neue Fördermaßnahme VIP+ hilft Forschungsergebnissen auf dem Weg zur Anwendung

Als „Forschungslücke“ ist sie unter Wissenschaftlern bekannt – die wichtige Phase, in der ein Forschungsergebnis auf dem Prüfstand für eine spätere Umsetzung steht. Nicht zuletzt Finanzierungs- und Machbarkeitsfragen machen diese Phase für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oft schwierig. Damit ein vielversprechendes Forschungsergebnis schneller zur Anwendung kommen kann, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Forscherinnen und Forscher jetzt mit der neuen Fördermaßnahme VIP+.

Die neue Hightech-Strategie der Bundesregierung, in deren Rahmen die neue Maßnahme stattfindet, setzt nicht allein auf technische, sondern auch auf gesellschaftliche Innovationen. VIP+ („Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotentials wissenschaftlicher Forschung“) greift diesen breiten Innovationsbegriff aus. Wissenschaftler aus Natur-, Lebens- und Ingenieurwissenschaften wie auch aus Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften oder interdisziplinären Projekten können mit Hilfe der Förderung ihre Forschungsergebnisse in Richtung einer konkreten Anwendung weiterentwickeln. Innovationspotenziale können so frühzeitig überprüft und so weit nachgewiesen werden, dass danach eine abschließende Entwicklung auch mit finanzieller Beteiligung Dritter möglich ist. Dieser Prozess nennt sich Validierung. Er umfasst bei VIP+ beispielsweise Machbarkeitsstudien, die Entwicklung von Demonstratoren, Testreihen oder die Sicherung von Schutzrechten.

„Deutschland soll Innovationsweltmeister werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir die Brücke von der akademischen Forschung zur Anwendung verbreitern“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. „Clevere Lösungsansätze für die Herausforderungen unserer Zeit, seien es neue Technologien, Produkte oder Dienstleistungen, sollen schneller als bisher umgesetzt werden und den Menschen zugutekommen. Wir wollen, dass aus guten Ideen Innovationen werden.“

Der neuen Maßnahme VIP+ ging ein erfolgreicher Pilot (VIP) voraus, mit dem bereits in fast 140 Projekten Forschungsergebnisse validiert wurden. So probierte Bundesforschungsministerin Wanka im „Science Center Spectrum“ der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin ein an der Freien Universität entwickeltes „Lehrbuch der Zukunft“ aus: Als interaktives Experiment per Touchscreen lässt sich dort anschaulich erkunden, wie die Sternbilder an den Himmel eines Planetariums kommen oder aus wie vielen Farben weißes Licht besteht. Und über einen QR-Code können die Besucher das Experiment schließlich auf dem Smartphone oder Tablet mit nach Hause nehmen. Mit dem „Technology Enhanced Textbook“ (TET) haben die Forscher des Fachbereichs Physikdidaktik der Freien Universität eine Idee für eine zeitgemäße, kommunikative und alltagsbezogene Online-Lernplattform umgesetzt. Derzeit arbeiten die Forscher daran, TET auf den Markt zu bringen. Andere Forschungsteams entwickeln im Rahmen der Pilotmaßnahme energieeffiziente hydraulische Antriebe für Bagger oder hochsensible Messverfahren für die Wartung von Windkraftanlagen weiter, so dass sie durch eine Ausgründung oder Lizenzvergabe anschließend wirtschaftlich verwertet werden können.

Die Pilotmaßnahme ist begleitend wissenschaftlich evaluiert worden. Die Evaluation hat gezeigt, dass es mit der Förderung gelungen ist, die Innovationslücke zwischen Forschung und Verwertung zu schließen und zugleich die Kultur des Wissens- und Erkenntnistransfers in Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu stärken. Mit der Pilotmaßnahme hat das BMBF Projekte mit einem Gesamtvolumen von 150 Millionen Euro gefördert. Im Rahmen der neuen Maßnahme VIP+ können einzelne Projekte bis zu drei Jahre mit jeweils bis zu 1,5 Millionen Euro unterstützt werden. (Quelle: PM. Bundesministerium für Bildung und Forschung 3. März 2015).

Weitere Informationen finden Sie hier sowei unter www.validierungsfoerderung.de

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